Wasser in der Landschaft halten
Temperaturanstieg verursacht Dürre und Starkregen, denn warme Luft nimmt mehr Wasser auf und irgendwann kommt das Wasser wieder aus den Wolken runter. In Dachrinnen und Drainagen rasch abfließendes Wasser ist auch ein Problem, aber meist nötig. Ein Teil der Lösung: Maßnahmen, die Wasser in der Landschaft halten:
Umgesetzte Maßnahmen
Teiche speichern Drainagen-Wasser
Fünf Teiche ohne Folie füllen sich mit Felddrainagen-Wasser. Sie puffern Hochwasser, speichern Wasser für Dürreperioden und sind Lebensraum für Molche, Frösche, Libellen und Wasserskorpione.
Drachen halten Teiche frei von Gelsen
Molchlarven wie diese sehen fast aus wie kleine Drachen und fressen Gelsenlarven. Gemeinsam mit "Wasserbienen" (Rückenschwimmer) und anderen Nützlingen halten sie unsere Hochwasser- und
Dürre-Puffer-Teiche frei von Stechmücken.
5 Tage nach dem Regen ist dieser Teich versickert
Dieser kleine verwachsene Teich befüllt sich mit Regewasser und hat keine Folie. Dadurch kann das Wasser langsam gefiltert ins Grundwasser sickern und den Jagingerbach konstanter mit Wasser
versorgen als wenn die Dachrinne direkt in den Kanal fließen würde. Das bremst Hochwässer und sichert Grundwasser. Wenn jeder der 5,25 Millionen Gärten Österreichs so einen Teich
mit nur 4 m³ Wasser hätte, wäre das 10x das Volumen des Almsees. Das alleine ist natürlich nicht die Lösung und kann nicht überall gemacht werden. Aber vielleicht könnte es ein Teil der
Lösung für stabileres Grundwasser und weniger Hochwässer sein?
Die meisten Teiche haben keine Folie
Allerdings haben wir auch zwei Teiche mit langlebiger UV-beständiger Folie bzw. Kautschuk ohne Weichmacher als eiserne Reserve für Dürren zum Gießen der benachbarten Obstbäume. Dieser Teich wird
aus einer Ackerfurche mit überschüssigem Regenwasser gespeist. Dadurch wird ein ansonsten wegen Staunässe schwer bearbeitbares Feldstück teilentwässert und dadurch besser zur
Lebensmittelproduktion nutzbare.
Dächer ohne Dachrinne
bewirken, dass Wasser vor Ort versickert. So wird mehr Grundwasser nachgebildet, als wenn Wasser schnell abgeleitet werden würde. ACHTUNG: Das ist nicht überall möglich, da Untergrund und
Fundament geeignet sein müssen!
Offener Boden ist eine Wunde
Mulchen schützt Böden vor Austrocknung, erhöht Wasser-Speicherfähigkeit, fördert Würmer, Humusaufbau und Erosionsschutz. Die Gärtnerei Schützenhofer in Rohr macht das vorbildlich und wir haben es im "Artengarten" nachgemacht. Wichtig: Nicht zu dick mulchen (sonst Fäulnis und Schnecken) Deshalb: Öfter aber dafür dünn mulchen.
Bienen und Vögel brauchen Wasser
Kleine Wildbienenarten haben wegen ihrer Größe einen kleinen Flugradius und profitieren besonders von Bienentränken. Kletterhilfen können sie vorm Ertrinken bewahren.
Luftdruck in Traktorreifen absenken
Während der Bewirtschaftung der Getreide-, Soja- und Maisfelder wird der Luftdruck der Traktorreifen gesenkt. So bleibt die Wasserspeicherfähigkeit der Bodenporen besser erhalten.
Kleine dezentrale Dämme
bremsen Wasser bei Starkregen und gewinnen Zeit zum Versickern. So kann mehr Wasser von Boden und Bäumen aufgenommen werden. Dazu hat uns das Buch "Aufbäumen gegen die Dürre"
inspiriert.
Buchempfehlung
Bach dämpft Hochwasser
Der natürlich verlaufende Jagingerbach hält Wasser länger als regulierte Bäche und senkt so Hochwasser-Schäden weiter unten im Fluss. Elritzen, Bachflohkrebse und Köcherfliegenlarven leben hier.
Wälder speichern Wasser
pro m² deutlich mehr als Felder oder Wiesen. Auch Totholz speichert Wasser. Der Waldgarten produziert Lebensmittel in den Waldschichten:
1. Wurzelschicht: z.B. wilde Karotte
2. Krautschicht: z.B.: Walderdbeeren, Giersch,...
3. niedrige Strauchschicht: z.B. Mai-Beere,
4. hohe Strauchschicht: z.B. Haselnuss, Sanddorn,...
5. Baumschicht: Esskastanien, Apfel,...
6. Pilze oder Schlingpflanzen wie Weintrauben können als eigene "Schicht" gesehen werden.
Temperaturanstieg und Bäume
Nicht nur Fichten, auch Obstbäume, Buchen und sogar die relativ resilienten Eichen leiden.
Bäume sind stehendes Wasser
und kühlen die Landschaft durch Verdunstung und Schatten und steigern so die Aufenthaltsqualität bei Hitze. 2024 wurden zusätzlich 32 Obstbäume gepflanzt. Sie brauchen aber immer öfter
Unterstützung durch Gießen.
Regenwasser zum Gießen
wird gespeichert. Es wird erst gegossen, wenn es notwendig ist. Denn so wurzeln Pflanzen tiefer und sind resilienter.
Wenn im Sommer am Nachmittag Blätter leicht schlaff hängen, ist das noch kein Grund zum Gießen, solange sie in der Früh wieder fit aussehen. Wenn die Blätter jedoch auch in der Früh
hängen, ist es an der Zeit zum Gießen. Aber: Unterschiedliche Bedürfnisse der Pflanzenarten beachten!
Gefrorener Regenwasser-Teich
Schmelzende Gletscher sind problematisch, denn sie speichern normalerweise Wasser im Hochgebirge bis zur Schneeschmelze im Sommer. Das sorgt für
genug Wasser im Sommer in der Donau. Durch Temperaturanstieg schmelzen Gletscher schon früher im Frühling und Wassermangel im Sommer wird wahrscheinlicher. Das ist eine Gefahr für die
heimische Wasserkraft und für Atom- und Kohlekraftwerke in Europa, die Kühlwasser von Flüssen benötigen. Einen kleinen Teil dieser Effekte gleichen wir mit den Maßnahmen aus. Je mehr uns
das (teilweise) nachmachen, desto besser. Damit leistet man einen Beitrag, dass Bäche und Flüsse weniger starken Schwankungen ausgesetzt sind.
Der hauseigene Brunnen
profitiert von Grundwasserneubildung durch diese umgesetzten Maßnahmen. Aber der Brunnen funktioniert bei Stromausfall nicht. Deshalb:
Versorgungssicherheit
Unserem Energietechniker Lukas ist Versorgungssicherheit mit Wasser und Energie ein großes Anliegen:
PV-Anlage auf Dach ohne Dachrinne mit einem Teil österreichischer Module (hergestellt in Kärnten) für heimische Wertschöpfung und einem Teil chinesischer Module. Unseren restlichen Strombedarf deckt Wasserkraft. Wenn Wasserkraft bei Dürre zu wenig Strom liefert, liefert Sonnenstrom eine wertvolle Ergänzung im Strommix.
Unsere energiesicheren PV-Wechselrichter (nicht über ausländische Server abschaltbar, wie es bei anderen Wechselrichtern schon vorgekommen ist) wurden in Sattledt (OÖ) hergestellt. Davon leben auch Zulieferer wie Infineon in Linz und Kärnten. Wechselrichter aus heimischer Produktion schaffen Wertschöpfung und Energiesicherheit.
Aktuell bauen wir zusätzlich eine schwarzstartfähige PV-Anlage mit Victron Energy (Weltmarktführer bei Inselbetrieb aus den Niederlanden) und Speicher. So funktioniert der Brunnen auch bei Stromausfall und es werden keine Lebensmittel im Gefrierschrank schlecht und wir können in diesem nicht sehr wahrscheinlichen, aber möglichen Fall eines Blackouts die anderen dann relevanten Probleme lösen: z.B. Nachbarn mit Trinkwasser versorgen. Es reicht wenn 1-10% der Leute energiesicher versorgt sind, wenn man sich gegenseitig hilft.