Warum Artenschutz?


 

Artenvielfalt und ein stabiles Klima sind als Lebensgrundlagen der Menschheit notwendig.
Das Artensterben und die Klimakrise sind deshalb für uns Menschen existenzielle Bedrohungen. 


Egal ob wir unsere moralische Verantwortung zum Schutz der Artenvielfalt aus
dringender wissenschaftlicher Notwendigkeit oder aus religiöser Schöpfungsverantwortung sehen:

 

Jede und jeder sollte mithelfen die Artenvielfalt zu erhalten. 

 

Das Gleichgewicht der Arten wurde durch die Menschheit bereits empfindlich gestört.

Faszinierende Tier- und Pflanzenarten sind durch eine übermäßige Nutzung oder achtlosen Umgang vom Aussterben bedroht. 

 

Die Tier, - Pflanzen, - Bakterien, ... - Arten  haben wichtige Aufgaben und haben sich über Jahrtausende gemeinsam entwickelt. Jede Art ist ein lebendiges Meisterwerk und viel älter und somit in gewisser Weise viel wertvoller als jedes Kunstwerk von Picasso, Hundertwasser oder Vincent van Gogh. Werden zu viele Arten ausgerottet und das Klima weiter destabilisiert, brechen die Ökosysteme zusammen - das Kartenhaus des Lebens fällt zusammen. Die Menschheit sägt sprichwörtlich am Ast, auf dem sie sitzt.
Doch es ist noch nicht zu spät und weiter unten folgen Lösungsvorschläge, die jede und jeder von uns umsetzen kann. Die Zeit drängt aber leider. 

 

 

Gründe des Artensterbens:

  • Lebensraumzerstörung für flächenintensives Tierfutter und Energiepflanzen. 
  • zu wenig heimisches ganzjähriges Blütenangebot für Bestäuber-Insekten
  • Zerschneidung von Lebensräumen durch Straßen und Staudämme (dadurch Inzucht usw.)
  • eingeschleppte Krankheiten und Parasiten
  • Außenbeleuchtung als Falle für nachtaktive Insekten
  • unnatürlich viele Hauskatzen als Gefahr für Eidechsen, Vögel, Kleinsäuger,...
  • Überfischte Fisch-Bestände und Beifang
  • Fischmehl aus Wildfisch für Lachs und Shrimps aus Aquakultur
  • Klimawandel durch Austrocknung von Gewässern, Waldbrände, unterbrochener Winterschlaf, usw. 
  • Versauerung der Meere durch CO2 - Lebewesen mit Kalkschalen werden geschädigt
  • Übermäßige Nutzung von Pestiziden
  • Übermäßige Trophäenjagd (Nashorn, Elefant, ...)
  • Durch Menschen eingeschleppte gebietsfremde Arten
  • artenarmer Rasen und Asphaltwüsten 
  • usw.

Es ist die Summe der menschengemachten Einflüsse auf die Natur, die zum Artensterben führt. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie stark wir das Gleichgewicht der Natur schon gestört haben, hilft vielleicht die Grafik in diesem Link:

Das Gewicht aller Nutztiere ist 15mal höher als das Gewicht aller Wildtiere.

Auch das Gewicht aller Menschen ist schon 10mal höher als das Gewicht aller Elefanten, Rehe,...  auf der Erde. 

 

 

Artenschutz-Tipps: 

 

Was kann ich bei mir im Garten machen?

  1. vielfältiges heimisches Blütenangebot schaffen
  2. Außenbeleuchtung minimieren
  3. Pestizide vermeiden
  4. weniger monotoner Rasen oder sterile Steinwüsten
  5. Nistmöglichkeiten für Insekten und andere Arten
  6. vorrangig heimische Pflanzen in den Garten setzen
  7. Wiesen seltener mähen und weniger bzw. nicht mehr düngen
  8. Mehr konkrete Tipps erfährt ihr beispielsweise auch bei einer "Artenhof-Safari".

 

Klimaschutz ist auch Artenschutz:

  1. Lebensmittelverschwendung verringern
    Ungefähr ein drittel der Lebensmittel wird momentan verschwendet.
    Das ist im Endeffekt eine riesen Energieverschwendung und somit Klimaschädigung. 
    z.B. auf geeignete Lagerung achten, vorzugsweise Lebensmittel kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum kaufen, Apps zum Lebensmittelretten verwenden, nicht zu viel auf einmal kaufen, ...
       
  2. Möglichst nicht fliegen
    Fliegen ist ein äußerst klimaschädlichste Vergnügen und mittlerweile sind viele Urlaubsziele in Europa mit dem Zug schneller erreichbar als mit dem Flugzeug. In Zeiten von Corona-Pandemie und Klimakrise kann man sich auch ernsthaft fragen ob Fliegen noch ethisch vertretbar ist. Alternativen: Heimaturlaub, Online-Meetings statt Geschäftsreisen, Standard-Versand statt Express-Versand per Flugzeug, Zugreisen, Nachtzug, Fernbus, ... 
    Als letzte Option besteht auch die Möglichkeit seinen Flug freiwillig durch CO2-Kompensation nachhaltiger zu gestalten: z.B.: hier Ob freiwillige CO2-Kompensation eine echte Lösung ist oder nur zum Rebound-Effekt bzw. beim Großteil der Bevölkerung zu einem Weiter-wie-bisher führt, kann hier nicht fundiert beantwortet werden. Ein fairer CO2-Preis für Kostenwahrheit wäre wesentlich wirkungsvoller. 
        
  3. Weniger tierische Lebensmittel 
    bzw. nachhaltigere Alternativen konsumieren. 
    Aber Achtung, beispielsweise ein konventionelles AMA-Gütesiegel-Schwein wird immer noch standardmäßig mit Soja aus Südamerika (Regenwaldabholzung) gefüttert. Nur weil es in Österreich geboren, gefüttert und geschlachtet wurde heißt es also noch nicht, dass auch das Futter zu 100% aus Österreich kommt. 
    Österreichs landwirtschaftliche Flächen reichen nämlich nicht für unseren hohen Fleischkonsum.
    Bio-Fleisch verursacht zwar kein Artensterben durch Pestizide und Regenwaldabholzung, hat aber auch eine Schattenseite: Einen noch höheren Flächenverbrauch in Österreich (durch geringere Futtererträge & längeres Tierleben) als konventionelles Fleisch. Fleisch, Eier und Milch sind nicht so flächeneffizient und umweltfreundlich  herzustellen wie Speisegetreide, Kartoffeln, Nüsse, Gemüse, Speisepilze und Hülsenfrüchte.

    Die effektivste Lösung ist eine regionale saisonale pflanzliche Ernährung.
    Ungefähr 2/3 der gesamten landwirtschaftlichen Fläche werden für die Futtermittelproduktion für Nutztiere benötigt. Dieser Flächenverbrauch ist unter anderem durch Rodung von Wäldern einer der Haupttreiber des Artensterbens und Klimawandels. Für viele ist eine rein vegane Ernährung jedoch nicht vorstellbar. Wenn man aber als Durchschnittskonsument seinen Konsum an tierischen Lebensmittel beispielsweise um 50% reduziert,
    leistet man schon einen wertvollen Beitrag. So tut man auch seiner Gesundheit etwas Gutes und muss nicht ganz auf Fleisch verzichten.
    Einen Beitrag für weniger Fleischverbrauch könnte man auch leisten, indem man sich anstelle eines Hundes oder einer Katze einen Hasen, Hamster oder Meerschweinchen anschafft. (z.B.: Alle Hunde und Katzen der USA fressen ca. so viel Fleisch, wie ganz Frankreich verbraucht.)

    Falls Sie als Landwirt:in vor der Entscheidung stehen, ob Stall neu bauen, Stall vergrößern oder nicht?: Es könnte sich lohnen, im Zweifelsfall nicht weiter in die tierische Lebensmittelproduktion zu investieren sondern in die pflanzliche Lebensmittelproduktion einzusteigen. Damit tun Sie auch den Landwirten etwas gutes, die noch von tierischer Produktion abhängig sind, da der Druck auf ihre Preise nicht weiter steigt. Es kann aber vor allem auch in Ihrem eigenen finanziellen Interesse sein, denn immer mehr Konsument:innen essen aus verschiedenen Gründen (Gesundheit, Nachhaltigkeit, Tierleid) weniger tierische Lebensmittel. Dieser Trend wird sich voraussichtlich fortsetzen. Mit mehr pflanzlicher Lebensmittelproduktion kann Österreich unabhängiger von Futtermittelimporten von der anderen Seite der Welt werden. Der Nitratwert im Grundwasser/Trinkwasser würde es Ihnen auch danken. 
     
  4. Energie sparen
    Die umweltfreundlichste Energie ist die, die nicht verbraucht wird!
    Benzin und Diesel enthalten in Österreich teilweise Bioethanol und Biodiesel aus Regenwaldabholzung
    (Palmöl/Zuckerrohr/Rapsöl). 
    Für Erdöl aus Teersand werden riesige Waldflächen gerodet. Während den Bohr-Arbeiten entweicht oft Methan (ein noch wirksameres Treibhausgas als CO2) direkt in die Atmosphäre. Das alles trägt zur Klimakrise bei. Um auch hier einen wertvollen Beitrag zu leisten, kann man statt einem SUV auf ein sparsameres Auto umsteigen oder das Auto öfter ganz stehen lassen. Unter anderem, weil im Strommix immer noch Kohlestrom enthalten ist, empfiehlt sich Strom sparen immer noch (Lösungen: Wärmedämmung, LED, effiziente Wärmepumpen bzw. niedrigere Temperaturen, nur sparsame E-Autos kaufen, Standby aus, ...). Wer Heizenergie in Form von Brennholz spart, ermöglicht indirekt mehr Artenvielfalt durch mehr Totholz in den Wäldern. Aber auch alle anderen Energieformen sollten sparsam verwendet werden, da beispielsweise auch Biogas aus Ackerkulturen ökologisch  bedenklich (Flächenverbrauch für Monokulturen, Gaslecks, Erosion, Dilemma Tank oder Teller?, ...) ist. 
      
  5. Nachhaltiges Bauen und Sanieren
    Durch den hohen CO2- Ausstoß der herkömmlichen Zementherstellung wäre der Wechsel von Beton zu Holzbauweise ein sehr wirkungsvoller Schritt, den manche setzen könnten. Eine gute Wärmedämmung sollte selbstverständlich sein, um sich auch gegen Energiepreissteigerungen abzusichern. Die ideale Lösung wäre ein Passivhaus aus nachhaltigen Baustoffen. Man kann auch Bestandsgebäude in Passivhaus-Qualität sanieren. 

 

Was kann ich noch gegen das weltweite Artensterben tun?

  1. Weniger Fisch essen
    Vor allem keine Haie, Schwertfische und gefährdete Thunfischarten essen.
    Auch weniger Lachs und andere Zuchtfische essen hilft,
    da ihnen Fischmehl und Soja gefüttert wird. Lösung: So lange es zu wenig Meeresschutzgebiete gibt, Fisch aus nachhaltiger Fischerei als Delikatesse betrachten. Fischratgeber zeigen, welche Arten man noch bedenkenlos essen kann: z.B. Karpfen, Welse und manche Muschel-Arten. Die effektivere und gesündere Lösung könnte aber auch hier eine pflanzliche Ernährung sein. Fische sind unter anderem gesund, weil sie Omega-3-Fettsäuren aus Algen enthalten. Große Raubfische wie Thunfische oder Haie enthalten aber leider immer öfter Giftstoffe der zivilisierten Welt durch Bioakkumulation. Warum also nicht gleich (Speise-)Algen mal direkt kosten?
     
  2. Naturschutzorganisationen unterstützen
    Petitionen unterschreiben, Spenden, sich informieren, Mithelfen, Gewand von gemeinnützigen Organisationen kaufen, ... z.B.: NaturschutzbundJane Goodall InstitutAllRise , ...
     
  3. Suchmaschinen 
    Bäume pflanzen: Ecosia
    WWF unterstützen: Panda Search

  4. www.smile.amazon.de statt www.amazon.de
    0,5% des Einkaufswertes werden ohne Mehrkosten für die Kunden an frei wählbare gemeinnützige Organisationen gespendet. z.B. WWF, Sea Shepherd,... Da viele Leute online einkaufen, hätte der einfache Umstieg eine große Wirkung. Andere Onlineshops, aber auch lokale Geschäfte, könnten und sollten dem Beispiel folgen, damit es auch regionale Alternativen gibt.
       
  5. Generell sollte natürlich auch weniger unnötiges Zeug mit fragwürdigen Produktionsbedingungen und langen Transportwegen gekauft werden, um den übermäßigen Ressourcenverbrauch zu beschränken. Gerade bei Geschenken fällt das aber oft schwer. Besser sind also nachhaltig produzierte Waren, regionale Produkte oder was halten Sie beispielsweise von "Zeit statt Zeug" schenken? 

 

Was könnte Ihr erster Schritt gleich heute noch sein? 
Egal wie klein - jeder Beitrag zählt und kann der Beginn von etwas Größerem sein!

Wenn genügend Leute mitmachen, können sich Mensch und Natur nebeneinander entwickeln. Die Menschen werden immer älter und gesünder, der Natur kann Dank technischer Errungenschaften Platz zum Entfalten zurückgegeben werden und die Wirtschaft kann in vielen Bereichen auch ohne Naturzerstörung weiterwachsen. Wir müssen die Herausforderungen nur ernsthaft angehen.  

 

Falls Sie noch Anregungen, Wünsche, Beschwerden oder weitere Tipps haben, die auf diese Liste gehören, zögern Sie bitte nicht uns diese unter info@artenhof.at mitzuteilen. Wir würden uns auch über Feedback freuen, welche Tipps für Sie hilfreich waren. 

Vielen Dank und Schöne Grüße! :)